Angehörige

Psychoedukation entlastet

Häufig sorgen sich Angehörige schon um ihre Liebsten bevor die Betroffenen selbst dies tun. Sie kommen mit vielen Fragen, Ängsten und leider auch Selbstvorwürfen. Angehörige haben zuerst einmal keine Erklärung für das, was sich ereignet. Deswegen sind sie geneigt, sich selbst die Schuld zu geben. Dies ist immer noch erträglicher, als vollkommen ohne Antwort da zu stehen.

In erster Linie ist es deswegen wichtig Angehörigen Informationen in die Hand zu geben. Wodurch entstehen Essstörungen? Wie unterscheiden sie sich voneinander? Welche Risiken bringen sie mit sich bzw. wie können Folgeschäden minimiert werden? Welche Möglichkeiten der Veränderung bestehen?

Wenn es um Essstörungen geht, dann haben wir es immer mit einer Entstehungsgeschichte zu tun, die sich aus vielen verschiedenen Elementen zusammensetzt. Es gibt nicht DEN EINEN Grund dafür, warum ein Essverhalten entgleist. Wir alle sind dem Schlankheitswahn der Medien ausgesetzt. Wir leben in einer Überflussgesellschaft, in der sich vieles mit einem rasanten Tempo verändert. Rituale und familiär überlieferte spirituelle Orientierung sowie Halt gebende Traditionen kommen uns immer mehr abhanden. Frauen sollen dem Schönheitsideal entsprechen, gute Mütter und Karrierefrauen sein. Und insgesamt ist viel zu oft der äußere Schein wichtiger als die Bedürfnisse der Einzelnen.

Verständnis für sich hilft andere anzunehmen

Manchmal kann es sein, dass Angehörige ihre eigen Geschichte mit dem Essen beleuchten wollen. Dazu biete ich auch kreative Ausdrucksmittel an – wie schreiben, malen, kneten, tanzen. Im Verständnis für sich selbst liegt oft die Möglichkeit die eigenen Töchter oder (Ehe-) Partnerinnen leichter anzunehmen, wie sie sind.

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